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Netzauftritt des
 Spezialbaukombinates Magdeburg
Unser Verwaltungsgebäude ("Zentrale") 1964, eine ehemalige Bank (jetzt ist es wieder eine),
dahinter die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB)


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Nachkriegszeit

Spezialbau Spezialbaukombinat Bildgalerie Impressum

In der Bildgalerie sind  Fotos zur Betriebsgeschichte, die im Wesentlichen chronologisch angeordnet sind, zu sehen. Hier sind auch Beiträge zu finden, deren Thematik für die Seiten der Betriebsgeschichte (Nachkriegsjahre, Spezialbau, Spezialbaukombinat) zu speziell sind. Die Bildgalerie ist als Ergänzung dieser Seiten zu sehen.

1964 - 1990
Die Generaldirektoren des SBKM


erdwig schwarz ilgner hempel-79
Hermann Erdwig 1964 - 67
(Foto Villaret, 1959)
Heinz Schwarz 1967 - 77
(Foto Strutz, 1976)
Eberhard Ilgner  1977 - 82
(Foto Strutz, 1980)
Siegfried Hempel 1982 - 90
(Foto Strutz, 1979)


Hier folgen 4 Kollegen, die sich von Ihrer Stellung im Betrieb nicht mit einem Generaldirektor vergleichen können, aber fast so bekannt und auf ihrem Gebiet ebenso tüchtig waren. Zu diesen 4 könnten noch eine ganze Reihe hinzugefügt werden.

hans-huth-85 ingrid-ortlep.77 eberh-hippe-86 wilh-lummitsch-81
Hans Huth, Brigadier im Schornsteinbau
Magdeburg, man kann ihn als Original bezeichnen.
Hier nach einem Hubschrauber-Einsatz 1985
Ingrid Ortlepp, stellvertretender Hauptbuchhalter, eine kluge, kollegiale Frau.
(Foto Strutz 1977)
Eberhard Hippe, Brigadier im Feuerungsbau,
Siützpunkt Dresden, ein zupackende Fachmann
(Foto Strutz 1986)
Wilhelm Lummitsch, Brigadier im
Feuerungsbau, seit 1951 in den Vorgänger-
Betrieben und im Spezialbaukombinat, sein Name ist mit dem Niederschachtofenwerk Calbe/Saale
verbunden. (Foto Strutz 1981)

1962
Schulung in Altenbrack

erdwig-62 stelzer-62 kruse-62 stelzer-neumaerker-62
Betriebsdirektor Hermann Erdwig begrüßt
die Versammelten, links der junge Günter Wolff, rechts Ernst Kruse
In gemütlicher Runde, Paul Stelzer, (?), Herbert Walter, (?), Margot Müller, (?)  Erich Sullus Ernst Kruse, (??), Hans Bodendorf, Hildegard Bandmann, Günter Neumärker Paul Stelzer, Günter Neumärker, (?)

(4 Fotos H-D. Brandt)


1966
Verschiedene Baustellen des OBL-Bereiches Keramischer Ofenbau

guttau-66 Zahna-66 wetro guttau
Abbruch des Futters eines Schachtofens
im Rohschamottewerk Guttau, im klassischen
Handbetrieb
Fliesenwerk Zahna, Tunnelofen 140 m lang, die
Verankerung wird eigentlich zuerst gebraucht, aber
sie war nicht zu bekommen, so wurde erst einmal
nur gemauert (1966).
Schamottewerk Wetro, Rohschamotte-
Drehrohrofen, Auslaufkopf mit Brenner
Nochmals Guttau, der Abbruch hier unter
Vollschutz



 1967 - 1969
Baustelle Porzellanwerk Hódmezövásárhely / Ungarn
Siehe auch: www.wolfgang-leistritz.de/ungarn/ungarn-start.html

deutsche-kollegen-68 ung-pw ung-hydr-68 ung-koll-67
Die deutschen Kollegen, ganz von links Ralf Wagner, Frau und Herr Delor, Heinrich Biehl,  Heinz-Detlev Brandt ( mein Kollege vom SBKM)
Porzellanofen im Bau, das Hauptwerkzeug
des Feuerungsmaurers war damals
der Hammer. Es wurde alles gehackt, noch
nicht geschnitten.
Das Hydeaulikaggreagat mit der Pittler-Thomas Pumpe
und den Magnetventilen für die Tunnelofenwagen-
Einschubmaschine
Der Autor mit ungarischen Kollegen, im
Vordergrund: Tunnelofenwagen werden aufgemauert.
ung-kz-68 ung-brenner-68 ung-willi-68 ung-bhw-to-68
Kühlzone eines der 4 Porzellantunnelöfen Keramischer Brenner wird in den
Drallstein eingepaßt.
Vorbereiten des Gewölbes, vorn SBKM-Mann
Siegfried Piechota, oben Karácsonyi Vilmos, der
Feuerungmaurer-Brigadier, mit dem wir gut
zusammen gearbeitet haben, ein guter Fachmann!
Der erste, nahezu fertggestellte Tunnelofen von
insgesamt 5, der Brennhilfsmittelofen. Zu sehen
sind Rohrleitungen und Ventilatoren der direkten
und indirekten Kühlung. Ofenlänge 70 m


1970
Baustelle Aschersleben, Köthenkessel


siederohre inspektionsoeffnung trommel haengedecke1
Siederohre Inspektionsöffnung Trommel Hängedecke
haengedecke2 aussenwand zeichnung rost trichter
Hängedecke 2 Außenwand Zeichnung vom Rost Trichter (8 Fotos Strutz)

1970
Baustelle Bernburg, Schachtvorwärmer

vorwaermer drehrohrofen isomauerwerk schachtvorwaermer
Schachtvorwärmer Drehrohrofen Isoliermauerwerk, kleinformatig ff-Auskleidung, großformatig (4 Fotos Strutz)


Baustelle Belgien, Ziegeltunnelofen und Schornstein 1971/72

SBKM Bauvorhaben Rupel & Nethe, Rumst/Belgien

Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben hatte Hans-Heinrich Vater, Chefingenieur, Projektierungsbüro Keramische Öfen, Leipzig.
 

Arbeitskräfte für  Schornstein und Abgaskanal (SBKM) 

Dieter Gumz     Polier

Werner Schulz

Georg Seidel

Reinhard Sturm

Dieter Heyden

Hubert Müller

Eberhad Linke

Anreise am 21.04.71,

26.04.71 Baubeginn mit dem Abgaskanal

02.08.71 Abnahme Schornstein und Abgaskanal
 

Arbeitskräfte für Tunnelofen SBKM

Werner Schulze Polier

Anton Gemski

Heinrich Schmidt

Günter Faßhauer

Erhard Conrad

Roland Henschel

Emmerich Binder

Kurt Plockstieß 
 

Zeitweilig Beistellung von 20 AK des Kunden incl. Schlosser und 1 Zimmermann.

Anfang Mai 1971 war Baubeginn am Tunnelofen, Fertigstellung und Abnahme/Übergabe erfolgte am 15.09.1971.

Die Inbetriebnahme verzögerte sich da der Kunde den maschinentechnischen Teil des Ziegelwerkes nicht termingerecht fertig stellen konnte. Er hatte offensichtlich nicht damit gerechnet, dass SBKM seinen vereinbarten Termin eingehalten würde.

 Die Inbetriebnahme durch SBKM-Spezialist Waldemar Beutler erfolgte zu folgenden Zeiten:

10.09.71 bis 03.10.1971; 15.11.71 bis 22.12.71 und 29.12.71 bis 06.02 72

Da immer wieder Brenngut fehlte, konnte der Leistungsnachweis nicht erbracht werden.  Der Kunde übernahm die Anlage im Einstellzustand am 04.02.1972.

Lange Zeit später versicherte mir Herr Stevens, Besitzer des Ziegelwerkes, dass der Tunnelofen weit mehr produzieren kann als wir ihm zu gesichert hatten. Er war mit den „Oosters“ sehr zufrieden.

Einige Technische Daten der Tunnelofenanlage:

Ofenlänge 116,50 m

Ofenbreite (Brennkanal) 5,30 m

Ofenhöhe (Brennkanal) 1,85 m

Leistung 30 Millionen Stück Ziegel NF / Jahr

Brennstoff Erdgas

Brenntemperatur 980 Grad Celsius 

Neben dem Tunnelofen wurde von der Fa. Walter, Hannover, ein Kammertrockner geliefert und montiert. Bauführer war Herr Wüstefeld.

Anschließend wurde ein weiterer Ziegeltunnelofen in Belgien gebaut und zwar im Ort Sint Lenaarts. Als verantwortliche Monteure waren die Kollegen Günter Faßhauer und Emmerich Binder mit Arbeitskräften aus Belgien eingesetzt.

(Hans-Heinrich Vater)

altwerk
 Ziegelei in Rumst/Belgien - Altwerk
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Der Tunnelofen nimmt Gestalt an. Eine Ofenhalle als Holzkonstruktion war für SBKM-Leute völlig ungewohnt.
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Aufsetzen der feuerfesten Seitenplatten
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Die Tunnelofenwagen werden montiert, im Hintergrund der fertiggestellte Tunnelofen
to-ausf
Die gebrannten Ziegel kommen aus dem Tunnelofen
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Ziegelei Rumst/Belgien - Neuwerk
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Günter Faßhauer amüsiert sich über ein belgisches Pissoir
belgien-fussb1
Es wurde nicht nur zusammen gearbeitet, sondern auch Fußball gespielt, in Bildmitte der belgische Ziegeleibesitzer, Herr Stevens.
nordsee
Hier testen die SBKM-Monteure ihre Hochseetüchtigkeit
h-vater
Heinrich Vater, der SBKM Baustellenleiter

Die Kleinstadt Boom, unweit von Rumst mit dem Fluß Rupel, nachdem die Ziegelei "Rupel & Nethe" benannt
boom-rupelwurde. Hier wirken sich Ebbe und Flut von der Nordsee her schon beträchtlich aus. Der Wasserspiegel verändert sich aller 6 Stunden um mehrere Meter. Hier ist gerade "Hochwasser" durch die Flut.





(Alle Fotos von H. Vater)


Ausgewählte Beiträge aus den Betriebszeitungen "Das Fundament" (1959-1965) und "aktuell" (1966-1990)
1. Das Fundament


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mai-60
Eine Meldung in der ersten Ausgabe der Betriebszeitung des VEB Spezialbau Leipzig "Das Fundament", Januar 1959. Das Ehepaar Fröde schließt den Bund für´s Leben, was damals noch durchaus ein realistisches Ziel war. Die Feier war am 6. Dezember 1958.
So sah sie aus, die Titelseite der Betriebszeitung. Sie erschien zuerst monatlich, hatte 4 Seiten und kostete 5 Pfennig. Später waren es 8 Seiten und sie kam zweimal im Monat heraus. Papier und Druck genügten heutigen Anforderungen in keiner Weise, der Preis, der bei 5 Pfennigen blieb, auch nicht. Die Ausgabe ist vom November 1960.
Es war ein "Muß" für Büroangestellte an der Demonstration zum ersten Mai teilzunehemen. Das Tragen einer Fahne war keine Aufgabe, um die man sich riß. Sie mußte auch nach der Demo (diese Kurzform war damals noch nicht üblich) zu einem Betriebsfahrzeug gebracht werden, das meist etwas entfernt parkte. Der Dritte von rechts ist mein Bauleiter-Kollege, Paul Stelzer, am 1. Mai 1960.
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lobderpartei-maerz59 ochsenkopf-sept-61
So sah eine Wettbewerbsverpflichtungaus, sie wurde im März 1960 in der Betriebszeitung abgedruckt. Auch zu Selbstverständlichkeiten wurden Verpflichtungne geschrieben - meist las das ohnehin kaum jemand.
So ein wichtiges Ereignis, wie die Umsetzung des gesamten Schornstein- und Feuerungsbaues nach Magdeburg, am 1. Januar 1961, war für die Betriebszeitung kein Thema.
Ein Gedicht von Berthold Brecht, an dem sich heutige Brecht Fans erfreuen können. Es erschien im März 1959 in der Betriebszeitung.
Betriebszeitung vom September 1961, kurz nach dem Mauerbau - wir merkten alle, daß die Zügel weiter angezogen wurden. Hier wird gegen das Westfernsehen polemisiert (aus der Leipziger Volkszeitung entnommen). Das ging soweit, daß in einigen Gegenden durch FDJ-Stoßtrupps die Antennen von den Dächern geholt wurden. Auch kam im September 1961 die allgemeine Wehrpflicht in der DDR.
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Hermann Erdwig, Betriebsdirektor des Spezialbau Magdeburg gibt die Bildung des Spezialbaukombinates Magdeburg Januar 1964 in der Ausgabe der Leipziger Betriebszeitung, vom 14 Dezember 1963, bekannt. Das Kombinat wird aus den Betrieben Spezialbau Leipzig, Bautenschutz Leipzig, Brunnenbau Nordhausen und Spezialbau Magdeburg, gemäß Ministerratsbeschluß gebildet.
Das Großereignis "VI. Parteitag" lief, dem mußte die Gestaltung der Betriebszeitung entsprechen - Ausgabe vom Januar 1963.
Hier wird angelieferter Bewehrungsstahl aus Henningsdorf, Brandenburg und Kirchmöser beanstandet. Solche direkte Kritik war in späteren Ausgaben kaum noch zu finden (Februar 1963)
baust-wesenberg-apr64
nd-lvz-maerz-63
christ-apr64
Baubeginn eines Stahlbetonschornsteines
Zwar wimmelte es in der Leipziger Betriebszeitung von politischen Beiträgen, die auch noch stocktrocken waren, aber es waren auch sehr viele baufachliche, weiterbildende Beiträge enthalten (Baustelle Wesenberg, April 1964)
"Die sozialistische Presse - dein Wegweiser beim umfassenden Aufbau des Sozialismus." - Werbung für das "Neue Deutschland" und die "Leipziger Volkszeitung" 1963 in der Betriebszeitung - das gab es später nicht mehr.
Meine Frau kommt 1964 noch zu gesellschaftlicher Verantwortung.
Der Zeitungsdruck ist so schlecht, daß man sie kaum erkennt.

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Auch das erschien in der Betriebszeitung, ein Huldigungsgedicht für Walter Ulbricht, zu seinem 70 Geburtstag, Juni 1963. Der Verfasser bekam in der DDR so ziemlich alle Auszeichnungen, die man bekommen konnte ( im Absolutismus nannte man solche Leute Hofpoeten).
 
2. aktuell

max-meier-febr67
schwarz-ulbricht-april67 trio-febr67
max-meier-text-febr67 Der erste Mann im Staat, Walter Ulbricht, klopft unserem Generaldirektor, Heinz Schwarz, anläßlich der Verleihung eines ZK-Ehrenbanners, auf die Schulter (April 1967).
trio-text-febr67
kampfgr-sept70
Fernsehturm-okt67
ehrenbanner-zk-juni71
Ein Zug der Kampfgruppe, v. r. Joachim Kluckert, Hans Schwarz, Wolfgang Jörke, Günter Neumärker, Rudolf Lack, Heinz Glocke, Karl Michaelis, Klaus Jerke;
(Sept. 1970)
Im Oktober 1969 wird die Richtkrone auf der Baustelle Fersehturm Berlin hochgezogeen
Im Juni 1971 war schon wieder ein Ehrenbanner in Berlin beim ZK der SED abzuholen. V. l. KGL-Vors. Hermann Albrecht, ZK-Parteiorganisator Kurt Kleemann, Brigadier Erhard Eggeling, Generaldirektor Heinz Schwarz



soz-schmaeh
Gedanken und Anmerkungen zu Zeitungen und persönlicher Wandlungsfähigkeit

Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, war für die meisten Kollegen, die einen Beitrag für die Betriebszeitung schrieben, ein starkes sozialistisches Glaubensbekenntnis obligatorisch. Dabei hat die Praxis gezeigt, daß Beiträge ohne diesen Schmäh auch gedruckt wurden. Wir lernen daraus, daß in einer Diktatur viele Menschen die angeordnete Propaganda noch glauben, übertreffen zu müssen.
Erstaunlich für den aufmerksamen Beobachter war, daß nach der Wende gerade viele dieser Menschen am schnellsten auf den neuen Ton bzw. das nun gefragte Verhalten umstellen konnten. Der Volksmund hat sie "Wendehälse" getauft.
Die beiden, hier eingefügten Ausschnitte vom Januar 1987 dokumentieren solche übertriebene linientreue Ausdrucksweise und die Verbindung von Wirtschaft und Politik.
soz-schmaeh2


1975 Betrieb und Politik

fdj-75 schiessen-75 frauen-75
Für gesellschaftspolitische Veranstaltungen wurde in DDR-Betrieben
viel Arbeitszeit geopfert, besser gesagt vergeudet.
Hier eine FDJ-Veranstaltung, im Hintergrund erkennen wir Fritz Gaede und Joachim Maaßberg, der Redner ist möglicherweise
von der FDJ-Stadtleitung.
Luftgewehrschießen gab es bei allen möglichen Anlässen, der Lohn für gutes Zielen war meist eine Urkunde.
Im Vordergrund, Walter Berger
Frauenveranstaltung mit Irene Raddatz im Präsidium,
am Rednerpult Kurt Hädicke, AGL (3 Fotos Strutz)

1975/76
Auszeichnungen
Wir haben uns damals oft über die Flut der Auszeichnungen in der DDR mokiert.
Das war sicher berechtigt. Aber es wurden eben auch sehr viele "kleine Leute"
ausgezeichnet. Heute, im vereinten Deutschland sind es in erster Linie Künstler,
Journalisten, Sportler und Politiker, die Orden umgehangen oder schöne Beträge
auf ihr Konto bekommen. Wenn mal kein Anlaß besteht und das Alter gibt es her,
dann wird die Auszeichnung für das "Lebenswerk" verliehen.
schwarz hempel albrecht rausche
Generaldirektor Heinz Schwarz zeichnet Bauleiter Rudi Ludwig aus, im Vordergrund, Kurt Kleemann, Parteiorganisator des ZK im Kombinat Betriebsdirektor Siegfried Hempel gratuliert
(?), neben ihr erkennen wir Günter Heim, den einzigen Spezialbauer aus dem Land der Schwaben.
KGL-Vorsitzender, Hermann Albrecht, zeichnet den Maschinisten Klaus Scheibe vom Glasofenbau aus Stellvertretende Abtl. Leiterin des Lohnbüros, Monika Rausche überreicht der Kollegin, Rosemarie Sommer, einen Strauß, rechts im Hintergrund, Chefin des Lohnbüros, Frau Rummel
kleemann hahn haustein ebeling
Kurt Kleemann schüttelt einem "gewichtigen" Kämpfer, Werner Francke, die Hand - im Vordergrund, Siegfried Hempel
Hier wird Werner Czartowski, Abtlg. Leiter Außenwirtschaft, von Ditmar Hahn zum Aktivisten "geschlagen" Parteisekretär Manfred Haustein zeichnet den Kämpfer und Feuerungsmaurer, Klaus Jerke, vom Bereich Gas- und Chemischer Ofenbau, Baustelle Großgaserei Magdeburg, aus. Sigrid Ebeling überreicht den frisch gekührten Aktivisten, hier Produktionsarbeiter von den Baustellen, Blumen - im Bild rechts, Manfred Haustein.
( 8 Fotos Strutz)


1975 allgemein bekannte Kollegen

przybo villaret geigenmueller2 eiserb
Hans Przyborowski, Leiter der Vertragsabteilung, Ostpreuße aus Königsberg, wurde "Schibo"
genannt. Sein Wissen, seine Kollegialität waren geschätzt - ein begeisterter Wanderer.
Er lebt nicht mehr.
Karl-Heinz Villaret, langjähriger Chef  des Projektierungsbüros Grundbau, Magdeburg - er hat mich sehr beim Erarbeiten dieses Internetauftrittes mit Bildern, Dokumenten und Informationen unterstützt. Manfred Geigenmüller, ein sympatischer Kollege aus dem Projektierungsbüro Feuerungsbau, Magdeburg - stammte aus Meißen, was nicht zu überhören war. Heinz Eiserbeck, einer der Männer der ersten Stunde beim Spezialbau Leipzig, Betonspezialist und lange Jahre Technischer Direktor.
(4 Fotos Strutz)
kessler-84
r-bethge
h-branschke
g-michelmann
Rolf Kessler, 1. Stellvertreter des Generaldirektors, auf einer Schornsteinbau-Tagung 1984
Rolf Bethge, Produktionsbereichsleiter der Abdichter, stellvertretend genannt, für die vielen Kollegen in Magdeburg, mit denen man gern zusammengearbeitet hat.
Herta Branschke, die perfekte Sekretärin, hat schon seit 1946 in den Vorgängerbetrieben des Spezialbaus gearbeitet.
Wer kannte ihn nicht? Günter Michelmann, langjähriger Produktionsbereichsleiter im Grund- und Brunnenbau, der später, zu aller Erstaunen, in die Ökonomie wechselte.

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Kollege (nicht Genosse) Gerhard Fanger, Technischer Direktor des SBKM, vorher des Spezialbau, von allen respektiert, z. T. auch gefürchtet. Seine Dekadenkontrollen zur Planerfüllung waren psychologische Meisterleistungen, seine Zielvorstellungen waren ein Dogma. Der Führungsstiel ist mit dem Wort "autoritär" am besten beschrieben. Die regelmäßige Planerfüllung des Spezialbau Magdeburg war sein Verdienst.
Übrigens, obwohl Nichtgenosse wurde er zunächst auch 1. Stellvertreter des Generaldirektors, nach der Kombinatsbildung. Im Mai 1973 war es aber vorbei, man (das Ministeriuim für Bauwesen) "entband" ihn von dieser Funktion, er wurde durch einem Genossen ersetzt.
(Foto von 1967)

1976
Fliesenleger

Fliesen1
fliesen3 fliesenleger5 fliesenleger
Gruppenbild, v. l. Kollege Höding,
Bauleiter Kahlfeld
Vorbereitung Türzarge..... ....ausrichten (4 Fotos Strutz)

1976
Gemauerter Schornstein

schornstein4 scho5
schornstein1 schornstein2
Hier ist gerade mit einem größeren gemauerten Schornstein begonnen worden, in jeder Phase des Schornsteinbaues ist es eine körperlich schwere Arbeit. (4 Fotos Strutz)

1974/1977
Ziegelei "30. Juli" Bagdad/Irak
Siehe auch: www.wolfgang-leistritz.de/irak/irak-start.html
irak-kollegen kanal irak-arbeitsmittel kind
Einige unserer irakischen Kollegen Ein Maurer, zwei Helfer Mit den Arbeitsmitteln war nicht viel los Viele Kinder in seinem Alter arbeiteten auf der Baustelle,
sie hätten besser in die Schule gehen sollen.
deutsche kollegen schornstein ofenanlage to1
Wir deutschen Monteure, v. l. Lothar Lorenz, Rolf
Ewertz, Wolfgang Leistritz (beide vom SBKM),
Dieter Pätzold, Harald Wunderlich
Schornsteinbau mit abenteuerlichem
Gerüst aus Geländerrohren und Kisten
Die Tunnelofenanlage, TO 1 und 2, sie können
zusammen 60 Millionen Ziegelsteine/a brennen.
Die ersten gebrannten Steine kommen aus dem Ofen

horizont
Auch die DDR-Presse ("Horizont") war 1975 auf der Baustelle

1978

GST - Ausbildung

gst-ausbildung1 gst-ausbildung2 gst-ausbildung3 gst-ausbildung4
Die Lehrlinge im SBKM waren wohl so
ziemlich vollszählig bei der GST.
(GST = Gesellschaft für Sport und Technik)
Es gab jedes Jahr ein GST-Lager zur vormilitärischen Ausbildung Die jungen Leute machten das beste draus -
ein bißchen Gaudi war auch dabei
Eine militärische Bedrohung stellte
die GST bestimmt nicht dar. (4 Fotos Strutz)

1974 - 79

Eichsfelder Zementwerk Deuna I

deuna1-74 deuna1-3-78 deuna1-4-79
Zünden des Drehrohrofens, Ofenlinie 1, 1974
Herstellung der Zementklinker im Trockenverfahren
Ofenlinie 1 - 3 im Bau
Eine Ofenlinie brennt 1.600 t Zementklinker pro Tag
Ofenlinie 1 - 2 sind nahezu fertig, 3 - 4 sind im Bau

(3 Fotos Günter Wolff)
deuna1-a deuna1-b deuna1-c
Auslaufseite der Drehrohröfen mit Rostkühler und Filteranlage Nochmal Auslaufseite mit Blechschornsteinen Aufgabe- und Brennerseite der Drehrohröfen mit den senkrechten Schachtvorwärmern (3 Fotos Strutz)
 
1978
Arbeitseinsatz (Subbotnik) am Sonnabend, den 28. Oktober 1978 in der Nachtweide

subbot78a subbot78 subbot78b
Abgeschriebene Grundmittel werden abtransportiert Wer kannte ihn nicht, im Spezialbau: Rudi Hagedorn Ein Kabelgraben wird ausgeschachtet, was in der regulären Arbeitszeit immer nicht wurde. Wir erkennen, links, mit Schaufel, Gerhard Pohl, Hauptbrandschutzverantwortlicher -
eine Planstelle (!)

1979
1. März, Tag der Nationalen Volksarmee (NVA)

NVA1 NVA2 NVA3 NVA4
Die Hegelschule Magdeburg war die Patenschule des SBKM, da gab es auch gemeinsame Appelle an offiziellen Gedenktagen. In der Bildmitte (mit Pelzmütze) erkennen wir den Abgesandten des SBKM, Kollegen Bindernagel. Die Schuldirektorin verliest die Grußadresse und der NVA-Vertreter wird beglückwünscht. Mit den Dankesworten des NVA-Vertreters ist die Veranstaltung überstanden.
(4 Fotos Strutz)

1979
Freundschaftstreffen mit Sowjetischen Jugendlichen

freundschaft1 freundschaft2 freundschaft3 freundschaft4
na sdarowje! Musik und Tanz gehörte dazu
Erzählen mit Händen und Füßen
Bildmitte: Joachim Maaßberg (+)
Veranstaltungsort war der Speisesaal
in der Zentrale (4 Fotos Strutz)

1979
 Betriebs-MMM (Messe der Meister von Morgen)

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Eröffnung der Betriebs-MMM im Lorenzweg durch Betriebsdirektor
Siegfried Hempel - im Hintergrund erkennen wir, links
Joachim Kluckert und rechts Bruno Daebler und Helmut Glöckner
Die Exponate sind meist Schautafeln, hier die ersten Besucher, 
von rechts Günter Michelmann, Bruno Daebler, Irene Raddatz und
im Hintergrund Siegfried Hempel
Natürlich gibt es bei der Auswertung auch Urkunden, hier wird
eine von Joachim Kluckert überreicht, Siegfried Hempel hält schon die nächste bereit - am Tisch, Dieter Kunert.

1974 - 1987
Baustellen des Brunnen- und Grundbaus, Montagestützpunkt Knautnauendorf

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Elsterverlegung

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Eine der größten Baustellen im mitteldeutschen Braunkohlenrevier war die Verlegung der Weißen Elster, um den Abbau eines Kohlefeldes zu ermöglichen. Die Baustelle erstreckte sich über 4 Jahre, von 1974-77.
Der Kohleabbau war bis zum Jahr 2000 geplant

Der Stützpunkt Knautnauendorf entstand 1974 unter Nutzung der Baustelleneinrichtung und war wesentlich an der Elsterverlegung beteiligt, durch die notwendige Grundwasserabsenkung und die Füllung der neuen Flußabschnitte mit Balastwasser.

Hier noch ein paar Zahlen:
12 km neues Flußbett mit einer Breite von
100 m und einer Einschnitt-Tiefe von 7-8 m
3,6 Mio m³ Erde wurde bewegt.
1000 Brunnen, wovon 300 gleichzeitig in Betrieb waren.
Tiefe der Brunnen 11-17 m
12000 m Rohleitung wurde verlegt.
50 SBKM-Kollegen waren zeitweise eingesetzt.

(Skizze bearbeitet und Fotos: G.Hünich)

 
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Der Aushub des neue Flußbettes der Weißen Elster war auch immer ein Kampf  gegen Schlamm und Wasser.
(Alle 4 Fotos von 1975)
Hier wird schon fleißig Grundwasser abgepumpt, im Bild eine Nadelfilteranlage, die bei sehr feinkörnigem Erdreich (Schluff, Ton) eingesetzt wird.
Das abgepumpte Grundwasser muß natürlich abtransportiert werden, wozu oft lange Rohrleitungen zu verlegen sind. Rechts ist schon ein größere Abschnitt des neuen Flußbettes zu erkennen.
Nach Beendigung der Grundwasserabsenkung und vor Inbetriebnahme des neuen Flußbettes, sind die Abschnitte mit Balastwasser zu fluten, um Schäden durch Auftriebskrafte zu verhindern. Die Flußabschnitte werden durch wasserabsperrende Erdschüttungen (Dämme) unterteilt.
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Für den Stützpunkt eines DDR-Baubetriebes, ein respektabler Pkw-Bestand, der Grund: Es war nicht vertretbar, zur Wartung der Grundwasserabsenkanlagen auf jeder Baustelle gesondertes Wartungspersonal zu stationieren. Die dafür gebildete mobile Überwachung mußte natürlich beweglich sein und die Baustellen waren oft schlecht zu erreichen. (1976)
Typisch DDR, der Fahzeugpark wurde auch in einem Baubetrieb von eigenen Arbeitskräften gewartet und repariert, das ging bis zum Neuaufbau von Fahrzeugen. Die Kfz-Werkstätten waren in der DDR dazu , auch wegen des recht alten Fahrzeugbestandes, nicht in der Lage, diese Arbeiten alle auszuführen. (1976)
Hier wird ein 7-m-Hänger durchrepariert.
(1981)
Der Lastzug ist fertig beladen mit Material und Gerät.
(1984)
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spuellanze
Einer von 25 Brunnen wird gebohrt für die Fernwasserleitung Torgau-Ost, 1984.
Die Grundbauer, insbesondere das Gewerk Grundwasserabsenkung, hat einen Nachteil, gegenüber anderen: Wenn die Baustelle fertig ist, sind die Brunnen, Pumpen und Rohleitungen abgebaut. Das errichtete Bauwerk steht imposant im Gelände. Daß ohne Grundwasserabsenkung 1984 der Bau nicht möglich gewesen wäre, sieht man nicht mehr. Hier sehen wir die Nachklärbecken des Klärwerkes Rosental in Leipzig.

Besondere Bodenverhältnisse verlangen besondere Technologien: Hier werden die Absenkbrunnen mit einer Spuellanze "gebohrt".
(Baustelle Langenreichenbach 1984)
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Die Demonstration zum 1. Mai (hier 1984) war natürlich auch für die Knautnauendorfer eine Pflichtübung.
Zu sehen ist der Sammelpunkt Schillerstraße, oft war der ganze Ablauf schlecht geplant und die "Demonstranten" mußten ewig warten.
Die damals noch meist intakten Familien machten das Beste draus und gingen mit Ihren Kindern zur Demo. Es war Feiertag und die Kinder hatten ja schulfrei.
Verbesserungsvorschläge durch die Belegschaft sind in einer Privatwirtschaft genau so hochwillkommen, wie sie es in der volkseigenen DDR-Wirtschaft waren. Diese Vorschläge wurden später "Neurervorschläge" genannt und das ganze zu einem bürokratischen Monster aufgebauscht, mit Nutzensermittlung und Vorgaben im Plan, wieviel jede Abteilung, jeder Bereich monatlich "abzurechnen" hat.
Hier das Beispiel eines Neurervorschlages im Stützpunkt Knautnauendorf 1985. Wie schon oben beschrieben, wurden nehezu alle Fahrzeugreparaturen selbst ausgeführt. In einer funktionierenden Volkswirtschaft hätte man beim Hersteller von Kfz-Werkstatt-Ausrüstungen eine Abziehvorrichtung für Großreifen gekauft. Nicht so in der DDR-Mangelwirtschaft, das war die einfach nicht zu bekommen. Nach der Devise "Hilf Dir selbst" haben sich die Kollegen eine Vorrichtung selbst gebaut und darüber einen Neurervorschlag eingereicht.
Über den Riesenaufwand der dafür erfoderlich war schweigt des Sängers Höflichkeit.

Auch hier, vor bekannter Kulisse in der Leipziger Nordstraße, mußte für ein neues Proktierungsgebäude Grundwasser abgesenkt werden
(1987)

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Ein interessantes Foto von 1981 aus Torgau, von der Baustelle Flachglaswerk
Hier sind zwei verschiedene Gewerke des SBKM tätig. Die Schornsteinbauer errichten gerade die "verlorene Schalung" für das Schornsteinfundament - ein Teil der Bewehrung ist auch schon eingebracht. Damit die "Schornsteiner" nicht unter Wasser arbeiten müssen (Elbnähe), haben die SBKM-Brunnenbauer aus Knautnauendorf 7 Brunnen gebohrt. Im Vordergrund ist einer zu sehen, der schon fleißig Wasser fördert.

Leben, Arbeiten, Freizeit der Brunnenbauer - dokumentiert auf repräsentativen Fotos aus der Zeit von 1957 und 1975 - 1987

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Es ist menschlich und natürlich, daß man auch auf seiner Arbeitsstelle gern in einer gefälligen Umgebung schafft. Auch die als rauh bekannten Bauleute erfreuen sich an Blumen und haben in ihrer Freizeit den Vorplatz im Stützpunkt gestaltet.
Dieses Foto entstand 1957 und der hier kräftig am handbetriebenen Brunnenbohrer zupackt (vorn rechts), ist kein geringerer als Gustav Adolf Schur, genannt "Täve", ehemaliger Spezialbauer und beliebtester Sportler der DDR.
Er hatte seine ehemaligen Kollegen auf der Baustelle Zentralstadion Leipzig besucht.
(Foto: Archiv G. A. Schur)
Das Foto ist zwar von 1987, aber die Bohrwinde mit den Eisenrädern ist Baujahr 1936! Die Magdeburger Hauptmechanik  hatte dieses Ungetüm nach Leipzig geschickt. Erwartungsgemäß funktionierte das Gerät auch nicht.
Es ist sicher nicht nur beim SBKM so gewesen, daß Außenstellen meist nicht die besten und neuesten Ausrüstungen erhalten.
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Man stelle sich diese Brunnenbaustelle bei tagelangem Regenwetter vor! Die Arbeitsbedingungen der Brunnenbauer waren schon hart.

Günther Hünich war Stützpunktleiter in Knautnauendorf.
Er hat mich in dankenswerter Weise mit Bildern und Informationen aus seinem Verantwortungsbereich bei diesem Netzauftritt unterstützt. Dabei wurde uns (meiner Frau und mir)
durch das Ehepaar Hünich eine angenehme Gastfreundschaft in Leipzig-Schönefeld gewährt.
Auf diesem Foto von 1987 sind wahrscheinlich keine Brunnenbauer, es zeigt die Grunsteinlegung an der Nordstraße in Leipzig, wo Grundwasser durch die "Knautnauendorfer" abesenkt werden mußte (im Hintergrund die "Blechbüchse").
Solche symbolischen Akte gibt es ja heute auch noch, ebenfalls mit viel Prominenz, die dann mit nagelneuen Spaten und Helm etwas Sand sinnlos durch die Gegend wirft.


1982
Bilder vom Kombinatsbetrieb 12, Säureschutz 

beizbehaelter-modell beizbehaelter beizbehaelter-verladung auskleidung-papierfabrik
Modell (Schalung) für einen Beizbehälter
Länge 19,5 m
Fertiggestellter Beizbehälter, Fertigungsstätte
des KB 12, Großsteinberg, bei Leipzig
Verladung des Beizbehälters für den Export
nach Schweden
Auskleidung eines "Holländers" in einer
Papierfabrik (4 Fotos Dr. Diecke)

adress
Ein volkseigener Betrieb oder Kombinat durfte im Ausland nicht selbständig Handel treiben, ihm wurde immer der zuständige staatliche Außenhandelsbetrieb vor die Nase gesetzt. Das stand natürlich einer flexiblen Geschäftstätigkeit entgegen.
profil
Produktionsprofil des Kombinatsbetriebes Säureschutz (aus einem SBKM-Prospekt)
50-geb
Peter Beckert, Betriebsdirektor, gratuliert dem Technischen Direktor, Dr. Wolfram Diecke, zum 50. Geburtstag, April 1989.
Im Hintergrund, links, Manfred Köfer, BD des Kombinatsbetriebes 11 und rechts, Siegfried Hempel, Generaldirektor. (Foto Dr. Diecke)

Bild rechts Säureschutz-Detail (aus einem SBKM-Prospekt)
zeichn

1982 Patenklasse

patenkl-82 patenkl-2a-82
Der Vertreter der Patenbrigade, Lutz Conrad, Abteilungsleiter Bilanzierung, bekommt von zwei Jungen Pionieren der Patenklasse 2b eine Wandzeitung überreicht. Die Patenklasse wird im SBKM ordentlich bewirtet, die Arbeit wird von den Frauen gemacht, wie üblich. Lehrer mit Bart gab es auch 1982 schon.


1985
Abnahme eines Montageschornsteines (Moscho)

moscho5 moscho moscho3
moscho5
Der fertige 30-m-Montageschornstein (Kurzform "Moscho")
Von baulicher Schönheit kann man beim Moscho bestimmt
nicht sprechen - ein reiner Zweckbau.
 Das Abnahme-Gremium Moscho mit Großer Bühne
Zur Abnahme muß man schon hochklettern.
Eine Bemerkung ist sicher notwendig, mit dieser
Art Schornstein konnte man die Arbeitsproduktivität erheblich steigern, einen Schönheitspreis für architektonische Gestaltung aber nicht erringen.
(4 Fotos Strutz)

1985 und 1987
Auch die Reparaturen an kleineren Schornsteinen hatten es manchmal in sich

scho-abbr-87 scho-rep-einmann-85 weissenf-85 wansleben-85
Schornsteinabbruch von Hand, dabei fiel
jede Menge Schmutz an. Leipzig,
Federnwerk Leipzig-Gohlis 1987
Eine Einmann-Baustelle, Mündungsreparatur
an einem Schornstein, 20 m hoch, Leipzig,
Buchhändlerbörse, 1985 - Bauleiter und Schornsteinmaurer in einer Person, der Autor dieser Seite.
Manche "Essen" waren so schlank, daß
nur einer mauern konnte, Weißenfels, 1985,
rechts Lutz Golombeck.
War der Schornstein einsturtzgefährdet,
mußte unser Mann mit der Interflug
zum Schornstein gebracht und gesichert
werden, Wansleben am See, 1985,
am Seil Hans Huth

1987
Ein Moscho auf der Bauaustellung in Berlin, anläßlich der 750-Jahrfeier der Stadt

moscho-87c moscho-87b moscho-87d moscho-87a
Der Moscho wurde mit dem im SBKM entwickelten
Montagegerüst aufgebaut
Moscho mit Berliner Dom Moscho mit Außenministerium Moscho mit Schinkel (4 Fotos Strutz)

Schonsteinbau 1989

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Gemauerter Schornstein mit der im SBKM entwickelten Kletterrüstung, Baustelle Reifenwerk Fürstenwalde, 1989
kletterruest89a
Kletterrüstung
kletterruest89b
Kletterrüstung (3 Fotos Erich Körner)

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storch2
Zwei Fotos eines zweckentfremdeten Moschos aus neuer Zeit (Mai 2012). Es gibt nicht mehr viele Montageschornsteine und die wenigen sind nicht mehr in Betrieb - den Storch freut´s.
(Die Fotos wurden von Herrn Sandro Schmidt freundlicherweise angefertigt und übermittelt.- Der Moscho steht in Oettendorf / Thüringisches Vogtland.)


Repräsentative Bauten, vom Spezialbaukombinat gebaut oder mitgebaut

unihochhaus fernsehturm wintergarten-hochhaus merkur
Universitätshochhaus Leipzig, vom
Leipziger Kombinatsbetrieb Beton- und
Kühlturmbau im Gleitverfahren erbaut
Der Berliner Fernsehturm, 1965-69, ebenfalls
vom Beton- und Kühlturmbau als Betonbau
errichtet
Das Wintergartenhochhaus in Leipzig,
neu war, die Fassadenverkleidung wurde
gleich mit dem Rohbau hochgezogen.
(Beton-und Kühlturmbau Leipzig)
Hotel "Merkur" in Leipzig, Hauptauftragnehmer
war ein japanischer Baubetrieb.
Immerhin wurden
 Fliesen- und Abdichtungsarbeiten vom SBKM ausgeführt (1980).

ferns-bln66
lippendf-ende60
jena-70
Der Berliner Fernsehturm in der
Anfangsphase 1966

Gleitbeginn für den weltweit ersten
300 m Schornstein in Lippendorf bei
Leipzig, Ende der 1960er Jahre
Inzwischen steht der höchste
Schornstein in Kasachstan, er ist
420 m hoch.

Auch ein Gleitbau der Leipziger
Kollegen, das runde Hochhaus in
Jena, Foto vom Richtfest, 1970




Oberbauleitungsbereich Keramische Öfen
Mein Arbeitsplatz von 1958 - 1971

s-hempel

Mein erster Chef, Oberbauleiter Siegfried Hempel
a-spiller
Mein Bauleiter-Kollege und schlesischer Landsmann, Alfred Spiller. Als er aus gesundheitlichen Gründen aufhörte, übernahm ich seine Baustellen.
w-thieme

Bauleiter Wolfgang Thieme
proj-g-kalich

Günter Kalich kam auch von der Bauschule Zittau und hat mit mir im selben OBL-Bereich angefangen.

wolfgang

Im ersten Jahr Jungingenieur, dann Bauführer/Bauleiter - Massenberechnungen und Statiken wurden mit dem Rechenschieber erledigt
(der Autor, 1960).

leipzig-herbstm63 Am 1. September 1958 trat ich meine Stelle als Jungingenieur, mit dem Ziel Bauleiter, im VEB Spezialbau Leipzig an. Das erste Jahr diente dem Durchlauf durch die wichtigsten technischen Abteilungen mit einem halben Jahr Baustelleneinsatz. Ab Ende 1959 bekam ich Baustellen in eigener Verantwortung übertragen.
Am 1. Januar 1961 wurde der gesamte Feuerungsbau zum Spezialbau Magdeburg umgesetzt, wie an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Von vielen Kollegen galt  es Abschied zu nehmen und neue Kollegen kennenzulernen. Dazu gehörte auch die Mentalität, die Mundart und gewisse Sitten und Gebräuche, die sich in den beiden, 120 km auseinanderliegenden Städten erstaunlich unterschieden. Ich habe in Magdeburg genau so gern gearbeitet, wie in Leipzig. 1971 wechselte ich dann nach Leipzig, ohne die Firma zu verlassen. Wir hatten privat ein Haus in Leipzig erworben und ausgebaut.

Linkes Foto, Leipzig, Markt - Herbstmesse 1963, rechtes Foto, Magdeburg, Markt 1962
magdbg-markt62

hanno
Hanno Sengewald, Thüringer, er wird dem Keramischen Ofenbau als Bauleiter bis zum SBKM-Ende die Treue halten. Er kam mit vom Spezialbau Leipzig.
(Foto von 1963)
rudi
Rudolf Lack, unser Magdeburger Bauleiter-Kollege, von 1965-70 dann als           Oberbauleiter unser Chef.           (Foto von 1964)
trudchen
Gertrud Weißbach, genannt "Tante Trudchen", unsere Sekretärin und guter Geist. Eine eiserne deutsche Patriotin.
(Foto von 1963)
Rainer
Rainer Kompaß, Bauleiter-Kollege aus Mecklenburg
(Foto von 1963)
wl
Wolfgang Leistritz, Bauleiter
(Foto von 1964)

chinesen57
1957 eine Delegation aus China (6 Mann) ist zu Verhandlungen beim Spezialbau Leipzig, links Oberbauleiter Heinz Schwarz, daneben Fritz Herwig

china
1959 wurde dann ein Tunnelofen zum Brand von Schleifscheiben in Chefmontage in China errichtet. Bauleiter war Werner Köhlitz, der sich hier bei einem späteren Einsatz  1963 mit Grüßen an die Kollegen zu Hause meldet.
chinesen57a
1957 Siegfried Hempel, Bauleiter, erklärt den chinesischen Kollegen Einzelheiten auf der Tunnelofenzeichnung. Er war mal für die Baustelle als Bauleiter vorgesehen.

zentrale67
Unsere "Zentrale" (Magdeburgisch "ßentroale") in der Otto-von Guericke-Straße 27/28, 1967 - die zweite Fensterreihe mit den großen Fenstern gehörte zum Möbelhaus, genau, wie der Haupteingang. Unser Eingang war rechts, unter dem Transparent zum VII. Parteitag. Trotz intensiver Bemühungen und guter Beziehungen gelang es dem SBKM nicht, das Möbelhaus hinaus zu drängen. Unsere Bauleitungsbüros waren zuerst hinter der dritten Fensterreihe. Nach der Kombinatsbildung wurden wir nach oben, hinter die Dachgauben verbannt und später in die Haberstädter Straße/Sudenburger Wuhne. Ganz rechts schließt sich der Neubau der Magdeburger Verkehrsbetriebe an. (Foto Strutz)

Projektierungsbüro Keramische Öfen
Mein Arbeitsplatz von 1971 - 1983

lei-schild
Das Projektierungsbüro, heute sagt man eher Planungsbüro, kam 1968 zum Spezialbaukombinat und wurde später mit dem gleichartigen Büro in Magdeburg organisatorisch zusammengelegt. Das ist ein Grund für Namensänderungen.
Es befand sich erst in Leipzig-Mockau, Wilhelm-Busch-Straße, zog 1980 nach Leipzig-Stötteritz, Güntzstraße, in ein eigenes Gebäude auf dem Gelände des Kombinatsbetriebes Säureschutz.

 Durchaus erwähnenswert ist, daß in diesem Büro komplette grob- und feinkeramische Öfen, insbesondere Tunnelöfen, entwickelt wurden. Eine eigene Inbetriebnahmegruppe gehörte dazu, spezielle Leistungen (Meß- und Regelanlage, Gasleitung) wurden mit Nachauftragnehmern gebunden. Der Auftraggeber (Kunde) hatte für die komplette Leistung einen Vertragspartner, was im Feuerungsbau eine Ausnahme darstellte. Exporte der Öfen nach China, Ungarn, Bulgarien, Irak, Jugoslawien, Belgien, Kuba, Polen, Sao Tomé, Iran künden von einem beachtlichen Leistungsstand.

Nach der Wende wurde den verbliebenen Mitarbeitern 1990 vom Spezialbau gekündigt.

1960er
 Ein Foto aus der Vorspezialbau-Zeit, also vor 1968

Von l. nach r.: Sollner,Förster, Vater, Padelt, Schmiedel, ???, Böhme.

Frauen v. l. Rosi, Spitzer, Solveen und sitzend Feiste.


r-zoellner
Rudolf Zöllner, erster Chef und Mitverfasser eines vierbändigen Fachbuches über die Grobkeramik
(Foto von 1972)
Lebt nicht mehr
k-stockmann
Karl Stockmann, zweiter Mann, ging später nach Magdeburg (1972)
Lebt nicht mehr
e-spitzer
Else Spitzer, Sekretärin, meine schlesische Landsmännin aus Strehlen (1972)
h-schreiter
Heinz Schreiter (Spitzname Uhu) unser Gütekontrolleur. Es ging praktisch keine
Zeichnung `raus, die er nicht geprüft hatte - und er 
fand meist allerhand Fehler! Diese Prüfinstanz gibt es heute nicht mehr,  deshalb wimmeln es meist von Fehlern auf Bauzeichnungen. (1972)
Lebt nicht mehr 
h-vater
Hans-Heinrich Vater, mein schlesischer Landsmann aus dem Riesengebirge, späterer Chef des Büros (ab1974). Er hat mich tatkräftig mit Fotos und Informationen bei der Erarbeitung der Internetseite unterstützt. (1978)
g-goericke
Gerhard Göricke, Kalkulator, er war vorher Polier beim Spezialbau Leipzig, WK-2-Teilnehmer, war mit vor Moskau. (1972)
Lebt nicht mehr
rosi

Reinemachfrau "Rosi"
putz-solveen
 
Reinemachfrau (?) (links) und Martha Solveen, Sekretärin, auf eigenen Wunsch genannt "Suse" (1972)
m-niemzick
Magda Niemzick, Teilkonstrukteur, etwa 1965, auch eine schlesische Landsmännin aus Oberschlesien.
d-foerster
Dieter Förster, Teilkonstrukteur,
 sein Werdegang: Lithograph, Rangierer,
Technischer Zeichner, Teilkonstrukteur; Kettenraucher - im
Zeichnen, was Präzision und Geschwindigkeit anlangte,
konnte ihm niemand das Wasser reichen.
Er ist kurz nach der Wende gestorben, nachdem ihm noch
ein Raucherbein amputiert wurde. (1980)


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Die Inbetriebnahmegruppe 1972, v. l. Waldemar Beutler, Gruppenleiter, Jürgen Angermann, Wolfgang Lindner, Joachim Schumann, Klaus Kammler, Ingo Rulff Christine Schneider und Rolf genannt "Rolli" Padelt, Foto von 1978 - sie gibt es beide nicht mehr. Die Inbetriebnahmegruppe 1980, stehens v. l. Manfred Jürgen, Hans-Martin Schmidt, Klaus Kammler, sitzend Frank Winter und Waldemar Beutler, Chef der Gruppe

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Frühstückspause unter dem großen Vorsitzenden - die etwas wärmere Kleidung hatte ihre Ursache in einer mal gerade wieder auftretenden Energieknappheit in der DDR. Unseren Nachtspeicheröfen wurde Sparbetrieb verordnet.

Auf dem linken Bild, Magda Niemzick, und rechts, Christine Schneider, bei der Verschönerung der Grünanlagen unseres Verwaltungsgebäudes, oft wurde solche Arbeit den späteren Nutzernüberlassen. Dabei war nicht das fehlende Geld, die Ursache, sondern die fehlende Ausführungskapazität - genau umgekehrt wie heute.
arbeit-chr

m-kompf wl i-vogel b-klinge r-ziersch
Marlies Kompf, Technische Zeichnerin, Magdeburgerin, in Leipzig verheiratet, hervorragende Kennerin der Magdeburger und Leipziger Mundart, 1980 Wolfgang Leistritz, Konstrukteur, 1980 Ingeborg Vogel, Technische Zeichnerin, stammte aus Hessen, 1980 Dr. Bernd Klinge, Konstrukteur, war Mitarbeiter der Forschungsabteilung in Magdeburg mit Arbeitsplatz Leipzig 1980
Rosemarie Ziersch, Technische Zeichnerin (1972)

k-wohllebe
Kristiane Wohllebe, Technische Zeichnerin, eine nette fleißige Kollegin, die durch einen Ärztefehler früh sterben mußte.(Foto 1980)
ch-schneider
Christine Schneider, Maschinenbau -Ingenieur aus Freiberg in Sachsen (1980)
Sie gibt es auch nicht mehr.
hh-vater
Hans-Heinrich Vater, unser Chef (1980)
hajo-80
Hans-Jochen Arnold, Gruppenleiter, (1980)
j-raduenzel
Jutta Raduenzel, Stenotypistin, (1980)
ch-lange
Christine Lange, Sachbearbeiterin Angebote, (1980)
r-baumann
Reinhard Baumann, Konstrukteur (1980)
p-boy
Petra Boy, Konstrukteurin (1980)
w-becker
Wilfried Becker, Konstrukteur  (1980)
u-weisse
Ute Weiße (verh. Griesche), Teilkonstrukteur (1973)

ingrid frau-schmidt ilse
Ingrid Bachmann, Teilkonstrukteur Frau Schmidt, Sekretärin Ilse Kurth, Raumpflegerin - obwohl in Mockau wohnend, ging sie mit uns nach Stötteritz (Raumpflegrinnen fanden damals überall Arbeit)

fete
Brigadefeier (Spanferkelessen) etwa 1982
v. l. Gerald Weiß (genannt "Schnalli"), Hajo Arnold, Kurt Eberlein, Petra Boy, Ulrich Thielemann (genannt "Ulli")  und Gustav Kubbe  (genannt "Justav")
Kurt Eberlein und Ulli gibt es nicht mehr

                 Die Geschichte des Projektierungsbüros Leipzig 

1955     Gründung eines Projektierungs- und Konstruktionsbüros für keramischen Ofenbau in Leipzig

            als Außenstelle Leipzig Keramischer Ofenbau des

            VEB Zentrales Projektierungs- u. Konstruktionsbüro der HA Baustoffindustrie Halle (Saale) Kleine Steinstraße 8

Leiter des Büros wird Rudolf Zöllner (Rudi) der als Konstrukteur bei der Fa. R. Padelt Industrieofenbau in Leipzig beschäftigt war. Er besitzt keine Qualifikation als Ingenieur aber umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet des keramischen Ofenbaus. Unterstützt wird er von Herrn Sollner, einem älteren sehr erfahrenen Konstrukteur, ebenfalls von der Fa. Padelt der bereits vor dem Krieg dort beschäftig war und Erfahrungen zum Porzellanbrand und Bau von Kammeröfen und Tunnelöfen  mitbringt.

Das Büro ist in einer ehemaligen Bäckerei in der Ferdinad-Jost-Straße in Leipzig-Stötteritz untergebracht. Das „Chefzimmer“ und Sekretariat ist in der ehemaligen Küche über dem Backofen.

Mitarbeiter des Büros:

Rudolf (Rudi) Zöllner                Leiter des Büros

Marta Solveen (Suse)               Sekretärin

Herr Sollner Konstrukteur für Kammeröfen, kam von der Fa. Padelt

Werner Schmiedel                    Gruppenleiter

Alfred (Fred) Feiste                  Konstrukteur

Helga Schluckwerder (Sander)   techn. Zeichnerin

Magda Niemzick                       Teil-Konstrukteur

Erhard Böhme                          Konstrukteur

Herr Pippig                              Konstrukteur

Heinrich Vater Konstrukteur     ab 01.04.1958 im Büro, später Leiter des Büros

Heinz Schreiter Konstrukteur, Zeichnungskontrolle auch Inbetriebnahme

Karl Stockmamm                      Konstrukteur     ab 01.09 1956 im Büro

Rudolf Padelt                           Konstrukteur

Dieter Förster                           techn. Zeichner

Anita Stellter                            techn. Zeichnerin

Die Konstruktionsunterlagen werden an die jeweiligen Auftraggeber ausgeliefert die dann, je nach Standort den Spezialbau Leipzig oder den Spezialbau Magdeburg mit der Ausführung beauftragen. Autorenkontrollen und Inbetriebnahmen durch Mitarbeiter des Büros.

Am 01.01.1959 Firmenumbenennung in:  VEB Projektierung Steine u. Erden,  Halle / Saale, Gimritzer Damm

Etwa Mitte der 60er Jahre gibt es einen Umzug nach Leipzig-Mockau in die Wilhelm-Busch-Straße 4. Der Platz in Stötteritz reicht nicht mehr aus da der Auftragsumfang zunimmt.

Vorerst waren wir in der Verwaltungsbaracke zusammen mit VEB Spezialbau Potsdam untergebracht

Später wurde das teilzerstörte Fabrikgebäude für uns in der 1. Etage ausgebaut. 

Die ehemalige Teppichfabrik, im Krieg z.T. beschädigt, wird von Spezialbau Potsdam als Lager genutzt. Dieser Betrieb arbeitet ausschließlich für Baumaßnahmen der Sowjetarmee. Für uns werden im ersten Obergeschoß Büroräume ausgebaut und das Büro personell aufgestockt. Die Inbetriebnahmegruppe wird aufgestockt. Es gibt Aufträge noch und nöcher. Als wir zu SBKM kamen, gab es nochmals eine räumliche Erweiterung auf der anderen Seite vom Treppenhaus.

Am 01,01.1968 erfolgt die Übernahme des Büros durch den:

            VE Spezialbaukombinat Magdeburg

            Feuerungs- u. Grundbau

Die Begeisterung hielt sich in Grenzen da wir eine Auflösung bzw. einen Umzug befürchteten.

Wir hatten beschlossen nicht mitzugehen und zu kündigen, und das war ernst gemeint.

Ein Fortbestand wurde uns dann zugesichert, nun ging es unter der neuen Fahne weiter. Der Nachteil war, dass Besprechungen nun in Magdeburg stattfanden und Magdeburg von Leipzig mit der Bahn zu erreichen, mit erheblichen Zugverspätungen uns die Freizeit raubte.

Man hatte uns trotz allem degradiert, es gab nur noch ein Projektierungsbüro Industrieofenbau in Magdeburg. Wir wurden Chefingenieurbereich Leipzig und galten als "reaktionär", da es keinen SED-Genossen bei uns gab. Später war dann auch schon mal ein Genosse unter den Kollegen.

Als Leiter der beiden Chefingenieurbereiche, Leipzig und Magdeburg, fungierte Dr. Siegfried Reichel aus Magdeburg, vor ihm Henning Stabenow.

Ende der 70er Jahre kündigte uns der VEB Spezialbau Potsdam die von uns genutzten Büroräume in Leipzig-Mockau. Vermutlich wollten die Sowjets keine Fremden in ihren Räumen haben.

Als Ausweich gab es Platz auf dem Gelände des Kombinatsbetriebes Säureschutz in Leipzig-Stötteritz in der Günzstraße.

Ein Neubau musste her, der 1980 fertig gestellt ist und es wird umgezogen (siehe Foto).

Bereits in Mockau wurde das Personal erheblich erweitert, auch durch den Ausbau der Inbetriebnahme. Dort gab es ständig Zuwachs und auch Wechsel.

In der Güntzstraße, im Neubau war ausreichend Platz, die gesamte obere Etage wurde genutzt. Im Kellergeschoß das Archiv, die Werkstatt und Lager für die Inbetriebnahme.

Eine Auflistung der Mitarbeiter die kurz oder langfristig im Büro tätig waren. Die Auflistung ist eine Fortführung der obigen Namen. 

Mitarbeiter des Büros (Fortsetzung)

Angermann, Jürgen                  Inbetriebnahme

Arnold, Hans-Jochen                Konstruktion

Baumann, Reinhard                  Konstruktion

Becker, Wilfried                       Konstruktion

Beutler, Waldemar                    Inbetriebnahme

Boy, Petra                               Konstruktion

Böttger, Ulf                              Inbetriebnahme

Eberlein, Kurt, früher Polier,      Bauwirtschaft

Fährmann, Karin                       Konstruktion

Förster, Dieter                      Teil-Konstrukteur

Frenzel, Uwe                            Konstruktion

Gaube, Wolfgang                     Konstruktion

Göricke, Gerhard, früher Polier, Bauwirtschaft

Gottschlich, Manfred                Konstruktion

Gottschling, Herbert                 Konstruktion

Gaube, Wolfgang Konstruktion, Rohleitungsspezialist, kam vom Rohrwerk

Haberland, Annemarie              Mitarbeiter Projektierung

Heinemann, Ramona                Sachbearbeiterin

Merzdorf, Jochen                     Konstruktion

Jürgen, Manfred                       Inbetriebnahme

Jonas, Irene                             Schreibkraft

Kammler, Klaus                       Inbetriebnahme

Kliem, Hermann                       Konstruktion

Kliem, Gerda                           Konstruktion

Dr. Klinge, Bernd                     Forschungsabteilung

Kompf, Marlies                         Technische Zeichnerin

Kramer, Elke                            Teilkonstr.

Krieg, Peter                              Inbetr.nahme

Kubbe, Gustav                         Inbetr.nahme

Kubessa, Michael                     Projektierung

Kurt, Ilse                                  Raumpflege

Kschischenk, Brigitte                Schreibkraft Angebote

Lange, Christine                       SB Angebote

Langnese, Roland                    Inbetr.nahme

Lehnhardt, Edith                       Sekretariat

Leistritz, Wolfgang                   Konstruktion

Lendecke, Peter                       Inbetr.nahme

Lindner, Wolfgang                    Inbetr.nahme

Linke, Christa                           Nachrechnerin

Löwe, Rolf                               Inbetr.nahme

Niemzick, Magda                      Konstr.

Pinkert, Ines                             Techn.Zeichnerin

Radünzel, Jutta                        Schreibkraft

Richter, Gerit                            Lichtpausen etc.

Richter, Walter                          Inbetr.nahme

Rischer, Renate                        allg. Verwaltung

Rudolh, Katharina                    Forschungsabteilung

Rulff, Ingo                               Inbetr.nahme

Schmidt, Hans-Martin               Inbetr.nahme

Frau Schmidt                           Sekretariat

Schneider, Christine                  Konstr.

Schreiter, Heinz                       Gütekontrolle

Scholz, Gerhard                       Angebote

Schöllhammer, Christa              Stenotypistin

Schubert, Peter                        Konstr.

Schumann, Joachim                 Inbetr.nahme

Solveen, Martha                       Sekretariat

Spindler, Carla                         Techn. Zeichnerin

Spitzer, Else                            Stenosachbearb.

Thielemann, Ulrich                    Angebote

Trittel, Henry                             Inbetr.nahme

Vogel, Ingeborg                         Teilkonstr.

Weiß, Gerald                            Konstruktion

Weiße, Gerhard                        Inbetr.nahme

Weiße (Griesche), Ute              Teilkonstr.

Winter, Frank                            Inbetr.nahme

Wohllebe, Kristiane                   Teilkonstr.

Ziersch, Rosemarie                   Techn. Zeichnerin

 

Das Konstruktionsbüro Leipzig, mit seiner langjährigen und erfolgreichen Geschichte galt als verantwortliche Institution zur Erstellung kompletter Projekte und Konstruktionsunterlagen für die Errichtung von Brennaggregaten der keramische Industrie in der DDR. Begonnen mit Tunnelöfen für die Ziegelindustrie mit Festbrennstoffbeheizung, Ringöfen und Kammeröfen, kamen später Anlagen für die Feuerfestindustrie, Geschirrporzellanbetriebe, Steinzeug und Steingutindustrie, Fliesen- und Plattenindustrie und die Elektroporzellanindustrie hinzu.

 Ab der 1960er Jahre umfangreiche Exporte nach Polen, Ungarn, Bulgarien, Belgien, Irak, Iran, Slowenien, Kroatien, Sao Tome (Afrika), Kuba.

Verkauf von Konstruktionsunterlagen nach China und Vietnam.

Das Profil umfasste Tunnelöfen, Kammeröfen, Kammerringöfen, Herdwagenöfen,  Schlittendurchlauföfen unterschiedlichster Beheizungsarten, Brenntemperaturen und Brenngutarten.

Die Bauausführung lag beim Spezialbaukombinat Magdeburg. 

Nach dem Zerfall der DDR war das Ende gekommen. Viele hoch spezialisierte Mitarbeiter fanden ein neues Betätigungsfeld, für einen Teil war es das endgültige berufliche Aus oder ein vorzeitiger Ruhestand.

Am 30.09.1991 ist nun endgültig Schluss mit dem Projektierungsbüro in Leipzig. Das VEB Spezialbaukombinat Magdeburg gibt es nicht mehr und auch das Büro in Leipzig hat ausgedient. Alle Mitarbeiter sind entlassen und keiner will das Inventar mit allem was dazu gehört hat.

Bis zur Auflösung des Büros waren noch beschäftigt: 

Heinrich Vater, Hajo Arnold, Gerhard Scholz, Christine Lange, Thomas Wyzisk, Karin Fährmann

(Heinrich Vater)

Noch eine Ergänzung vom Autor der Seite zur Arbeitsweise. Im Projektierungsbüro gab es die sinnvolle Einrichtung der "Autorenkontrolle". Das bedeutete zwar einen zusätzlichen Aufwand, war aber sehr nützlich. Der verantwortliche Konstrukteur einer Anlage besuchte die spätere Baustelle, wo sein Ofen gebaut wurde, etwa aller 4 Wochen. Er kontrollierte die Einhaltung der Zeichnungen und kümmerte sich um die Klärung während der Montage aufgetretener Probleme. So etwas gibt es heute, in dieser intensiver Form, nicht mehr. Man scheut den Aufwand, entsprechend zahlreicher sind aber auch die Baufehler.





 


 

(Fotos von Hans-Heinrich Vater oder vom Autor)


zahna

Zahna 1967, der erste von den zwei, je 140 m langen Tunnelöfen wird vom Werkleiter Guderian gezündet, am Gasschieber, Waldemar Beutler- zweiter v. l. Heinrich Vater,
 fünfter v. l. Herbert Gottschling

mockau

Ein Gruppenfoto in Mockau, um 1970 - v. l. Gerit Richter, Irene Jonas, Dieter Förster, Heinrich Vater, Frau Himpel, Hajo Arnold, Karl Stockmann, Hermann Kliem, Ingo Rulff, Rudie Zöllner, Jochen Merzdorf, Rolf Padelt, Gerda Kliem

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Manchmal war eine Besprechung auch zu Hause, Hajo Arnold (Konstrukteur), Günter Schulz (Meister) und Hanno Sengewald (Bauleiter), 1971 im beim Autor zu Hause
ingo

Ein Hindernis auf der Bus-Betriebsfahrt im Juni 1972 nach Karlsbad, der Grenzer vom tschechischen Brudervolk ließ unseren Kollegen Ingo Rulff nicht einreisen, weil er entgegen dem Foto im Ausweis jetzt einen Bart trug. Das ist echte Völkerfreundschaft!
V. l. Rudi Zöllner, der Grenzer und Ingo Rulff

karlsbad

Ankunft in Karlsbad, ohne Ingo, der sich in Oberwiesenthal erst den Bart scheren lassen mußte und dann per Anhalter nachkam.
Stehend v. l. Frau Rulff, Waldemar Beutler, Hermann Kliem

weimar

An der Betriebsfahrt im Oktober 1973 nach Weimar haben fast alle teilgenommen. Der kleine Junge ist Holm Leistritz, 8 Jahre alt. Peter Krieg, sechster von links, war schon damals ein Verfechter der Langhaar-Frisur. Heute sicher nicht mehr!?

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Ruhepause in Weimar, wir erkennen v. l. Gerhard Scholz, Rudolf Padelt, Christine Schneider, Gerit Richter und (stehend) Heinrich Vater
gebaeude

Unser neues Domizil, Leipzig-Stötteritz, Güntzstraße 15, ab 1980 gehörte uns das erste Stockwerk. Das Gebäude wurde auf dem Gelände des Kobinatsbetriebes Säureschutz errichtet, dessen Verwaltungsgebäude man im Hintergrund erkennen kann.

schulklasse

Auch in unserem Büro gehörte "Patenschaftsarbeit" mit einer Schule dazu, Foto von 1978 - was mag aus den Kleinen geworden sein?
spanferkel

Es gab auch schon mal Veranstaltungen mit dem Magdeburger Kollegen zusammen, hier eine Spanferkel-Essen in der Güntzstraße, rechts im Bild Jürgen Burghard, graumeliert, genannt "Pico" aus Magdeburg (etwa 1982)
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2003

Die Leipziger Spezialbauer aus dem Projektierungsbüro treffen sich nach der Wende einmal im Jahr, hier ein Foto von 2003, v. l. Gerhard Scholz, ganz hinten Wolfgang Gaube, Ingo Rulff, Heinrich Vater, Hanno Sengewald (Bauleiter, Magdeburg), Waldemar Beutler
2008

Foto vom Treffen 2008, v. l. Gustav Kubbe, Hans-Martin Schmidt, Frank Winter, Ingo Rulff

2009

Der Initiator der Treffen, Wilfried Becker (r), neben ihm Gerhard Scholz (Foto von 2009)

Stützpunkt Böhlitz-Ehrenberg
Mein Arbeitsplatz von 1983 - 1990

lager-be buero-be
Der Lagerplatz, den wir uns mit dem Baukombinat Leipzig, Abtlg. Gesellschaftsbau, teilen mußten, Foto vom Dezember 1986 Büro, von links Fred Lohs, Bauleiter Schornsteinbau, Dora Muthmann, Sachbearbeiterin, Sabine Winter, Töpferin, Inge Held, Stenotypistin
Foto von 1989
schild-be be-wilbert be-gisela be-petra

Wilbert Bolduan, Bauleiter Gisela Schwarznau, Sekretärin Petra Jähnert, Bereichsökonom
be-birgit be-guenter
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Birgit Weithaas, Sekretärin Günter Faßhauer, Bauleiter Paul Hoffmann, Bauleiter Wilfried Becker, Bauleiter - nach der Wende mein Chef in seiner Firma.
 
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Hanna Brunner, Herrin über die Betriebs-HO-Verkaufstelle ....


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be-renovierung
Fred Lohs, Bauleiter,  hatte das Grillen bei unserer Brigadefeier übernommen ....und die Kunden in der Kantine, v.  l.  Inge Held, Petra Jähnert, Birgit Weithaas, Fred Lohs, Sabine Winter, Dora Muthmann (verdeckt), Wilbert Bolduan
Manchmal mußten die Werktätigen selbst Hand anlegen, wenn der Zustand der Arbeitsplätze eine Renovierung erforderte.
Inge Held, Gisela Schwarznau und Wolfgang Leistritz, bei Malerarbeiten im Büro - alle vier Fotos sind von 1989.

Konsumgüterproduktion im SBKM am Beispiel des Töpferofens

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Töpferofen wird feuerfest ausgekleidet, rechte Seite -
hinten rechts ist der Brenner, davor sind die Abgasabzüge
Egbert Lämmerhirt vom Stützpunkt Erfurt bei der Arbeit Töpferofen, linke Seite - die Tür, im Bild rechts, schließt
beim Brand die Beschickungsöffnung.
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Entstehung eines Konsumgutes im SBKM
 

Entwicklung, Bau und Vertrieb eines flüssiggasbeheizten Töpferofens

von Günter Schulz 

Es begann alles mit der Weiterbildung des Feuerungsmaurers Günter Schulz.

1964 hatte ich im Spezialbau Magdeburg als Schornsteinmaurer angefangen, mußte aber aus gesundheitlichen Gründen in den Feuerungsbau wechseln. Im Keramischen Ofenbau wurde mir nach kurzer Zeit als Feuerungsmaurer dann die Leitung einer Brigade übertragen.

Als Feuerungsmaurer-Brigadier nahm ich ab 1969  an einem Meisterstudium  in der Betriebsakademie im Spezialbaukombinat Magdeburg, im Fachbereich Feuerungs- u. Schornsteinbau, teil. Das Studium konnte ich 1971 erfolgreich abschließen.  

Vom Direktor der Betriebsakademie wurde mir  der Vorschlag  unterbreitet, ein Ingenieur Studium aufzunehmen. Das Angebot konnte ich leider zum Zeitpunkt nicht annehmen. Mein Eigenheimbau und der Einsatz als verantwortlicher Meister auf der Großbaustelle, Porzellanwerk Ilmenau, erforderten meinen ganzen Einsatz. 

Im Jahr 1978, wurde ich von meinem Vorgesetzten, Horst Priebe, auf ein Ingenieurstudium der Fachrichtung Wärmetechnik aufmerksam gemacht, das in einem Externen Verfahren lt. Externen Prüfungsordnung, vom 20. Januar 1975, angeboten wurde. Es galt für erfahrene Praktiker. Ihnen sollte die Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung geboten werden.                                                                                                                                                                  

Ich nahm diese Möglichkeit wahr und besuchte die Ingenieurschule für Energiewirtschaft Markkleeberg. Vor der Aufnahme war ein Aufnahmegespräch, mit anschließenden, ca. 20 mathematischen Aufgaben, die spätestens in 2 Stunden zu lösen waren, zu absolvieren.

Nach der Prüfung der Mathematik-Aufgaben durch den Mathematik Dozenten, erfolgte der Gang zum Direktor des Instituts und die Zulassung zum Externen Studium 1978 wurde bestätigt.                                                                                               

 Im Jahr 1981  bekam ich, als externer Student Günter Schulz, die Ingenieur-Abschlussarbeit: „Konstruktion und Berechnungen eines Kammerofens von 0,4 m³ Brennraumvolumen" oder den Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Porzellanwerkes in Stadtlengsfeld. 

Ich habe mich für den Kammerofen entschieden.

In Stellungnahmen des Direktors und des Dozenten des Instituts wurde mir erklärt, daß meine Entscheidung eine dreifache Abschlußarbeit bedeutet.

Die gleiche Auffassung wurde mir auch vom Bauleiter Manfred Geigenmüller erläutert.

Das war praktisch der Anfang von der Entstehung des Töpferofens.
                                                                                                                                                               

 Ich fertigte in meinem Heimatort ein  Lichtpausapparat  und einen 

kleinen Entwickler mit Ammoniak an.  Des weiteren brauchte ich Lichtpauspapier, es wurde mir mitgeteilt, daß ich als Privatmann kein Kopierpapier bekomme. Der Grund war vermutlich, die Gefahr der Anfertigung von Flugblättern ??

Dann war mein Weg zum Projektierungsbüro in Leipzig, zum Büroleiter, Herrn Heinrich Vater. Herr Vater hat  mir mit Lichtpauspapier ausgeholfen.                                                                                             

Ich benötigte eine Schreibmaschine zum Schreiben der Abschlussarbeit. Der Bauleiter Manfred Geigenmüller half mir aus der Not.  In  Magdeburg gab es im Monat einmal Schreibmaschinen zu kaufen. Die  Frau des Herrn Geigenmüller stellte sich frühzeitig an und bekam die erste Schreibmaschine für mich.

Am  20.01.81 wurde die Verteidigung angesetzt. Ich  hatte die

Möglichkeit bekommen eine Woche vor der Verteidigung, mit dem Dozenten die Abschlussarbeit zu überprüfen, das ist auch erfolgreich abgelaufen. 

Die Hauptverteidigung war am 20.01.81 im Beisein von 2 Dozenten der Fachschule und 2 Bauleitern aus Magdeburg .  Kurz vor dem Ende der Verteidigung  bekam ich einen Aussetzer, was bei mir  noch nie aufgetreten war. Dieser Aussetzer wurde von den Dozenten nicht bewertet.

Anschließend bekam  ich die Anerkennung als INGENIEUR FÜR WÄRMETECHNIK ausgehändigt und gleichzeitig eine Anfrage des Mathematik Dozenten, würden Sie Herr Schulz  2 Mathematik Std. pro Woche bei uns übernehmen ?  Ich konnte nicht zusagen da ich anderweitig  voll ausgelastet war.

Ich wurde im Kombinatsbetrieb Magdeburg, Produktionsbereich Keramische Öfen, unter dem Produktionsleiter Horst Priebe, als Bauleiter eingesetzt.     

Im März 1981  wurde ich vom Rat des Kreise Nebra durch den Mitarbeiter Hubert Neuman angesprochen, ob der von mir entwickelte  Keramikofen  auch gebaut werden kann, da eine Töpferin im Kreis eine Zulassung als Handwerksbetrieb bekommen kann, alles hängt von einen Brennofen ab.

Ich war natürlich bereit den ersten  flüssiggasbeheizten  Keramikofen zu bauen.  Der erste Keramikofen war dann in der Töpferei ca. 7 Jahre erfolgreich im Einsatz. 

Der Wirbelstrom-Gasbrenner Reihe A wurde mir vom dem Herrn Ing. Hering in Hermsdorf  (Keramische Werke) als nicht geeignet für Flüssiggas bewertet. Es wurden  mir dann einige Betriebe zur Besichtig von selbstgebauten  kleinen Flüssiggas Anlagen genannt,  die besichtig werden konnten.

Nach der Besichtigung durch  mich, war meine  Bewertung "nicht weiter einsetzbar" da einige Vorschriften nicht eingehalten waren.

Ich fuhr sofort nach Balgstädt, und baute auf meinem Grundstück eine behelfsmäßige aber den Vorschriften entsprechende Anlage auf.   Da ich einige Erfahrungen im Aufbau von  Tunnelöfen, zum Beispiel Kenntnis der Flammenbildung  der Brenner besitze,  habe ich das Flamenbild meines Versuchstandes  mit sehr gut  bewertet. Nun war der Weg frei zum Brennstoffinstitut Freiberg zu gehen und eine Prüfung durchführen zu lassen. Die Prüfung wurde am 2.12.86 im Brennstoffinstitut Freiberg angemeldet.

Am 3.12.86   wurde die Zulassung durch das Brennstoffinstitut Freiberg, gezeichnet Dr.Wieschebrink,  FK-Leiter G 1,  erteilt.                                                                                                                                                      

Ich habe am 4.4.86 die Qualifizierung zur Errichtung und Instandhaltung von Flüssiggasanlagen der Gruppe 1 an einem A – Lehrgang in Schwedt/Oder bestanden.  Den Lehrgang der Gruppe „B“ vom 25.03. – 27.05.88  habe ich bestanden in Erfurt.

Zeitz, den 13.10.1989 (432/4311) Als Anlage übersenden wir Ihnen die Berechtigung Nr.07/89/40 zu Errichtung, Instandsetzung  u .Revision an nicht überwachungspflichtigen Flüssiggasanlagen sowie den Bericht über die Prüfung (Kontrollabteilung Zeitz). 

Der Generaldirektor, Siegfried  Hempel, hat mir darauf einen Vorschlag zum weiteren

Einsatz im Spezialbaukombinat Magdeburg wie folgt unterbreitet: Ich soll mir eine Werkstatt in Balgstädt, Erfurt oder Gera aufbauen, in der ich den von mir entwickelten Töpferofen als Konsumgut, für die Bevölkerung, für Kleinbetriebe usw. fertige und im Auftrag des Spezialbaukombinats Magdeburg über den Baustoffhandel  verkaufe.  

Ich habe mich dann für den Standort Erfurt entschieden da ich nach Erfurt eine gute Bahnverbindung hatte.
                                                                                      

Mir wurde im Standort Erfurt – Gispersleben  im Lager des SBKM-Stützpunktes, einer ehemaligen

Erbsenmühle, die Möglichkeit der baulichen Veränderung, für die Ofenherstellung in Serienfertigung gegeben. Mein Partner dabei  war Wolfgang Leistritz, verantwortlich für den SBKM-Stützpunkt. Die Maurerleistungen wurden dann mit den Feuerungsmaurern  Lothar Schiller und Egbert Lämmerhirt sowie einigen Lehrlingen erledigt.

Der Preis für den Töpferofen  wurde Berlin, in der Abteilung  Finanzen nach einer Preisdarstellung bestätigt. Ich hatte die Aufgabe, 3 Käufer zu nennen. Es meldeten sich  2  Handwerker u. eine Studentin,  die einen Töpferofen (Konsumgut) käuflich erwerben würden. Der Preis wurde festgelegt,  1. der Töpferofen mit 19.500,- Mark und die Flüssiggasleitung mit 1.500,- Mark.  Die Summe betrug damit  20.500,- Mark, frei Haus.

Es wurde mir in Berlin folgende Frage gestellt, woher hat die Studentin das  Geld, um den Ofen zu bezahlen?

Meine Antwort war, daß ich keinen Kunden  nach seinen Finanzen abfrage!  Die Studentin kann Vater,  Mutter, sowie  Onkel und Tante  usw. haben,  die einen Ofen bezahlen würden.

Daraufhin erfolgte  die Bestätigung des Preises.  

Aufträge für meine Töpferöfen  lagen ausreichend bei mir vor.  Einer der Kunden war die Töpferei Frommhold  in Königsbrück bei Dresden.  Es gab eine gesetzliche Bestimmung, dass  mit Flüssiggas betriebene Anlagen eine Zündüberwachung haben müssen.

Zur Beschaffung der Sicherheitseinrichtung bedarf es eine besondere Betriebnummer, die aber für die Konsumgüter-Produktion nicht freigegeben wurde.

Herr Frommhold informierte mich, dass in Königsbrück  eine Firma existiert die Küchenherde mit einer Zündeinrichtung baut.

Ich habe mich dort vorgestellt, mit der Angelegenheit für den Aufbau einer Zündüberwachung und habe dort ein Teil der Zündeinrichtung  gekauft und entsprechend umgebaut. Das Ergebnis war erfolgreich als Notlösung.

Der Töpferofen war inzwischen in Fachkreisen bekannt. So kam eines Tages Dr. Peter Maier von der Porzellanmanufaktur Meißen zu mir, zusammen mit seinem Brenntechnologen Herrn Dargat. Wir fuhren einen Brennversuch, mit der schwierigen Aufgabe, während der Abkühlphase eine stark reduzierende Ofenatmosphäre einzustellen. Das Ziel war eine ochsenblutfarbene Glasur.  

Nach  meinem Ausscheiden zum 30.06.1989, habe ich die Produktion und den entsprechenden Absatz des Töpferofens, abgesichert. Für die Montageleistungen wurde ein Schlosser und Schweißer, vom Stützpunkt eingestellt. Der Zufall ergab ein Gespräch mit dem Projektanten Wilfried Becker, der dann  Herstellung, Vertrieb und Inbetriebnahme der Töpferöfen, mit Freude weiter übernommen hat. Ich war weiterhin erreichbar bei noch offen stehenden Fragen.

Bis zur Wende wurden etwa 40 Töpferofen verkauft. 1990 wurde die Fertigung eingestellt.

 



Rationalisierungsmittel im SBKM am Beispiel der Abbruchwalze

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hai4
hai2
hai-prosp
hai-87

hai-patent
hai1
hai-artik1

 Im Rationalisierungsmittelbau des SBKM wurden neben reinen Selbsthilfe-Einsätzen, wie der Bau von Schornsteinwinden auch durchaus fachspezifische Arbeit geleistet. Ein solches Beipiel ist die Abbruchwalze für das Ausbrechen der verschlissenen feuerfesten Auskleidung von Drehrohröfen. Damit hätten auch nach der Wende gute Geschäfte gemacht werden können, aber die zögernde internationale PR-Arbeit und die wirtschaftlichen Umwälzungen zur Wende habe das leider verhindert. Selbst der obige Artikel in der bundesdeutschen Fachzeitschrift "Zement-Kalk-Gips" ist durch übertriebene Sicherheitsbedenken und ein ausuferndes Kontrollsystem im SBKM zu Wendezeiten (!) Monate zu spät erschienen. Erstaunlich, daß schon im Oktober 1988 ein US-Patent angemeldet wurde.
Das Abbruchgerät hat jedenfalls in DDR-Zementwerken ernorme Effekte erbracht. Mit dem Verschwinden vieler DDR-Betriebe ist auch viel wertvolles technisches Wissen verlorengegeangen.
Die Fotos bzw. Repros auf der linken Seite, von oben nach unten:
Fotos 1 + 2 (Schweder), traditioneller Ausbruch der feuerfesten Drehrohrofen-Auskleidung, anstrengend, gefährlich und        gesundheitsschädlich.
Foto 3 (Schweder), Abbruchwalze in einem bulgarischen Zementwerk, Größenvergleich Mensch/Ofen
Repro 4 (Schweder) SBKM-Prospekt
Foto 5 (Strutz), Besichtigung einer Abbruchwalze in Aktion im Zementwerk Deuna durch eine internationale Delegation
Repro 6 (Schweder), US-Patent

Übrigens gab es fürdie Abbruchwalze  verschiedene Spitznamen, "Weißer Hai" wurde sie von Kameraleuten des DDR-Fernsehens und "Eisenschwein" von den Baustellen getauft.

Bilder aus neuerer Zeit

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zentrale-2010
Die ehemalige Bank, die Jahrzehnte unsere Zentrale war, ist jetzt wieder eine Bank (Hypovereinsbank).
(Aufnahme von 2005)
Andere haben sich auch in dem Gebäude niedergelassen.
(Aufnahme von 2010)


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Eine Meldung in der "Leipziger Volkszeitung" vom 9. Juli 2012
Der Schornstein wurde in den 1970er Jahren vom Leipziger Betriebsteil (Kombinatsbetrieb 11) des Spezialbaukombinates Magdeburg erbaut.



Gustav-Adolf Schur (Täve) und der Spezialbau

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Gustav-Adolf Schur (Mitte) als Bundestagsabgeodneter an seinem 70. Geburtstag. Links neben ihm der Leipzige Landtagsabgeordnete Dr. Volker Külow und rechts Bundestagmitarbeiter, Klaus Köste.
(Foto: Archiv G.-A. Schur)

Bereits in der Unterseite "Spezialbau" ist in der Abhandlung "Der Spezialbau Magdeburg und der Sport" von Rudi Lack, unser Täve genannt und auch auf  seine Zugehörigkeit zu unserem Betrieb hingewiesen.
Inzwischen habe ich die Möglichkeit gehabt, in einem längeren Gespräch weitere Einzelheiten zu erfahren und Fotos zu erhalten, die ich nun in diesem Anhang ergänzend bringe.


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Das nebenstehende Foto (ich habe es weiter vorn schon einmal verwendet) ist, weiß Gott, historisch. Es entstand etwa 1957 in Leipzig und zeigt Täve, wie er sich bei seinen Spezialbaukollegen "ins Zeug" legt. Er soll sinngemäß gesagt haben, daß es zu diese Arbeit ja mehr Anstrengung erfordert, als zu einer Friedensfahrt.
Gustav-Adolf Schur war vom 25. 9. 1951 bis zum 30. 8. 1955
Angehöriger unseres Betriebes, bzw. seines Vorgängers, Bau-Union und absolvierte eine Lehre als Technischer Zeichner in der Betriebsstätte Lorenzweg. In dieser Zeit war er auch mal für 4 Monate ans Mansfeld Kombinat, als Zeichner, ausgeborgt. 1957 war Täve schon bekannt und berühmt. Aber seine sportlichen Leistungen sind an anderen Stellen ausführlich, gewürdigt worden, deshalb soll hier der Mensch und Kollege die Hauptrolle spielen.  (Foto: Archiv G.-A, Schur)
Rechts, Täve heiratet seine Renate, 12. Juni 1962.
In der vorderen Reihe, neben dem frischgebackenen Ehepaar Schur, Hermann und Edith Erdwig. Hermann Erdwig, der spätere Generaldirektor des Spezialbaukombinates war ein Förderer des Sportlers Täve und persönlich ein väterlicher Freund.
Warum" Täve"? Im Magdeburger Sprachraum gibt es für gebräuchliche, männliche Vornamen eine verballhornende oder auch verkürzende Form. Sie lautet für Gustav - Täve, für Hermann - Männe, für Alfons - Orje. Diese Anwendung bei Gustav ist dann in der DDR Allgemeingut geworden. Jeder sprach nur von "Täve". (Foto: Archiv G.-A. Schur)
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Links, Täve und der Autor, am 29. 10. 2013 in Heyrothsberge, eingeplant für das "Interview" war 1 Stunde - es wurden abe 3 Stunden daraus.
Was einem bei der Begegnung mit Täve, der ja inzwischen 82 geworden war, sofort auffiel: Er hatte nichts von einem alten Mann ansich, agil, flink und schlagfertig. In der Garage, deren Stahlkonstruktion von Täve selbst verschweißt worden war, stand auch noch ein Trabant Cabrio.
Wir trafen uns ja nun nicht mit irgend jemandem, denn Täve kannte in der DDR jedes Kind. Aber wir hatten in keiner Minute den Eindruck, daß unserem Gastgeber die Berühmtheit anzumerken war.
Nebenstehendes Bild, v. l. Täve, Christine Leistritz und Renate Schur. Wir denken gern an den Besuch und die Gastfreundschaft  in Heyrothsberge zurück.
So erfuhren wir auch, daß Täve im laufenden Jahr 2013 noch mit dem Fahrrad von Olbernhau nach Prag (140 km) gefahren war.
Zu Hause bereitet Täve das tägliche Frühstück (Müsli) zu und das Ehepaar legt großen Wert auf gesunde Ernährung. Die erhaltene Buchempfehlung, "Wir fressen uns zu Tode", von Galina Schatalowa ist für uns zum interessanter Lesestoff geworden, da wir auch auf gesunde Ernährung achten.
Übrigens, daß Täve zu den Betriebsfeiern des Spezialbaus in der  Stadthalle oder im Herrenkrug mit dem Fahrrad kam (wie manche erzählten), ist eine Mär. Täve hatte sich ordentlich gekleidet, wie es sich für so eine Feier gehört und da fuhr man schon mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
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In dem "Interview" spielte die Politik zwar keine Hauprolle, aber gesprochen haben wir über politische Themen auch, das bleibt ja nun mal nicht aus, wie sollte es auch, wenn zwei politisch interessierte, bzw. engagierte Menschen über ihr Leben sprechen.
Dazu nur soviel, von einer völligen Übereinstimmung kann in diesem Punkt nicht gesprochen werden.
Unsere Leipziger Landsmännin, Renate Schur, hat bestens für unser leibliches Wohl gesorgt und das Treffen organisiert.